5th Conference
Professional Knowledge Management
Experiences and Visions
25th of March to 27th of March, Solothurn

Keynote: Wissensmanagement für die IT-Beratung

Die IT-Beratung ist einer der größeren IT-Wirtschaftszweige in der Bundesrepublik Deutschland. Sie stellt den Anwendern von Informations- und Kommunikationstechnologie die Dienstleistungen zur Verfügung, die notwendig sind, um die Anforderungen an den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zu bestimmen, die dazu passenden Technologien aus den verfügbaren Angeboten auszuwählen, die Beschaffung und Einführung der Technologien in die Anwendungen zu unterstützen, die in einer Anwendungsumgebung installierte IT zu analysieren, Schwachstellen zu entdecken und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten und die dann notwendige Modernisierung der IT zu begleiten.

Die Beratungsdienstleistungen werden sowohl von externen Beratern als auch von den dafür zuständigen IT-Bereichen in einer Anwendungsumgebung bereitgestellt. Die angebotenen Dienstleistungen unterscheiden sich, abhängig vom jeweiligen Anbieter, möglicherweise signifikant voneinander. Nutzer der Dienstleistungen müssen diese Unterschiede kennen und in ihre Überlegungen und Entscheidungen über deren Inanspruchnahme einbeziehen.

Auch die Nachfragen nach Beratungsdienstleistungen können sich, abhängig vom jeweiligen Nachfrager signifikant voneinander unterscheiden: Während das Unternehmensmanagement eher am mit IT erzielbaren wirtschaftlichen Erfolg interessiert ist, ist das IT-Management an der Beratung zur Entwicklung und Einführung von IT interessiert. Während die Beratung von Ersterem Aussagen zum Wertbeitrag der Unternehmens-IT zum Kerngeschäft des Unternehmens als Ergebnis erwartet, denen dann die für die Erzielung dieses Wertbeitrages anfallenden Aufwände und Kosten gegenübergestellt werden können, sind die Zweiten an Aussagen zur langfristigen oder zumindest längerfristigen Planung der Entwicklung und des Einsatzes von IT interessiert.

Die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen kann aber auch eine technische Beratung zum Verständnis neuer Produkte und Anwendungen, zu deren Bewertung und Anpassung bzw. zur Einpassung in eine existierende IT-Infrastruktur sein. Technische Beratungen sind auch häufig im Vorfeld zur Entwicklung von Systemen und Anwendungen nötig, um die Anforderungen der jeweiligen Nutzer der zu entwickelnden Systeme zu erfassen und diese Anforderungen in technische Spezifikationen für die zu entwickelnden Systeme umzusetzen.

Der größte Bedarf für Beratungsdienstleistungen entsteht im direkten Zusammenarbeiten von Anwendungsfachbereichen und Endbenutzern in diesen einerseits und den IT-Infrastrukturen und IT-Dienstleistungen anbietenden IT-Bereichen in Unternehmen und Organisationen andererseits. In dieser Zusammenarbeit werden von einem Dienstleister in der Regel Beratungsdienstleistungen im Hinblick auf ein oder wenige Produkte und Dienstleistungen eines oder einer kleinen Anzahl von Herstellern und Anbietern erbracht. Hier finden aber auch die Diskussionen über Defizite und Unzulänglichkeiten, Nutzungs- und Verfügbarkeitsprobleme statt, in denen die Fachbereiche den IT-Bereich über ihre Anforderungen informieren und Beratungsleistungen in der Umsetzung dieser Anforderungen erbringen. Hier finden aber auch die Diskussionen über neue Technologieangebote und deren künftige Rolle in der Unternehmens-IT statt, in denen der IT-Bereich Beratungsleistungen für die Fachbereiche über notwendige Maßnahmen und Schritte zur Einführung neuer Technologien erbringt.

Zur Überwindung der Defizite in der IT-Beratung können Verfahren und Techniken des Wissensmanagements einen großen Beitrag leisten. Sie helfen Transparenz über existierende Informations- und Kommunikations-infrastrukturen zu schaffen und – auf der Basis dieser Transparenz – Entscheidungen zu treffen. Die Verfahren und Methoden des Wissensmanagements dienen dabei dem so genannten "Profiling" von Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen, das im Vortrag ausführlich dargestellt wird.

Mit Hilfe der Profiling-Verfahren werden die Projekte und Entwicklungs-ergebnisse im Leuchtturmprojekt "THESEUS" der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der sogenannten Begleitforschung analysiert und verglichen, um dem Fördergeber deren Beurteilung zu ermöglichen.

Vortragender

Prof. Dr. Herbert Weber war Hochschullehrer des Fachbereichs Informatik der Technischen Universität Berlin und Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik in Berlin und Dortmund.

Er agiert als Vermittler zwischen Forschungseinrichtungen und der Industrie bei von der Regierung geförderten Aktivitäten, Initiativen der Industrie, nationalen und internationalen Projekten und der Konzeptualisierung von Technologieentwicklungen und Transferrichtlinien.

Prof. Weber initiierte und unterstützte zahlreiche Technologietransferinitiativen und –projekte im Auftrag von und für viele industrielle Unternehmen in Europa und den USA und fungierte im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie als leitender Berater für die Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland.

Zurzeit leitet er die THESEUS-Begleitforschung, ein Projekt innerhalb des THESEUS-Programms, ein Leuchtturmprogramm der Bundesrepublik Deutschland.

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